Seerosen überwintern – was wirklich wichtig ist
Die Überwinterung entscheidet darüber, ob Seerosen im Frühjahr kräftig austreiben oder dauerhaft geschwächt bleiben. Besonders bei winterharten Seerosen wird die Frosttoleranz häufig überschätzt oder falsch eingeschätzt. Mit wenigen, aber entscheidenden Grundregeln lässt sich die Überwinterung zuverlässig gestalten.
Dieser Beitrag erklärt, worauf es bei der Überwinterung von Seerosen im Gartenteich wirklich ankommt.
Winterharte und tropische Seerosen unterscheiden
Nicht alle Seerosen können den Winter im Teich überstehen.
- Winterharte Seerosen sind an kalte Perioden angepasst und können bei ausreichender Wassertiefe im Teich verbleiben.
- Tropische Seerosen sind nicht frosthart und müssen frostfrei überwintert oder als Saisonpflanzen kultiviert werden.
Eine klare Zuordnung ist die Grundlage jeder Überwinterungsstrategie.
Die richtige Wassertiefe im Winter
Der wichtigste Faktor für winterharte Seerosen ist die Wassertiefe.
Das Rhizom darf nicht vollständig durchfrieren.
Als Richtwert gilt:
- mindestens 60–80 cm Wassertiefe für die meisten Sorten
- in sehr kalten Regionen besser 80–100 cm
Entscheidend ist nicht die Eisdecke an der Oberfläche, sondern der frostfreie Bereich darunter.
Seerosen im Teich belassen
In ausreichend tiefen Teichen können winterharte Seerosen problemlos im Wasser verbleiben.
Wichtige Punkte:
- Pflanzkörbe vor Winterbeginn auf die richtige Tiefe absenken
- abgestorbene Blätter und Blüten entfernen
- keine Düngung mehr ab Spätsommer
Ein ruhiger Teich ohne ständige Wasserbewegung ist im Winter von Vorteil.
Überwinterung in flachen Teichen
Ist der Teich zu flach, besteht Frostgefahr für das Rhizom. In diesem Fall gibt es zwei Möglichkeiten:
- vorübergehendes Absenken der Pflanze in einen tieferen Teichbereich
- Auslagern der Seerose in ein frostfreies Winterquartier
Flache Teiche frieren häufig bis zum Boden durch und sind für eine sichere Überwinterung ungeeignet.
Überwinterung außerhalb des Teiches
Winterharte Seerosen können bei Bedarf auch außerhalb des Teiches überwintert werden.
Geeignet sind:
- frostfreie Kellerräume
- unbeheizte, aber frostgeschützte Räume
- Wasserbehälter mit gleichmäßiger Temperatur
Das Rhizom sollte stets feucht bleiben, darf aber nicht austrocknen. Licht ist in dieser Phase weniger entscheidend als eine stabile Temperatur.
Pflege während der Winterruhe
Während der Wintermonate befinden sich winterharte Seerosen in einer Ruhephase. In dieser Zeit gilt:
- keine Düngung
- kein Umtopfen
- keine unnötige Bewegung der Pflanzen
Eingriffe während der Ruhephase schwächen die Pflanze und verzögern den Austrieb im Frühjahr.
Austrieb im Frühjahr
Mit steigenden Temperaturen beginnen Seerosen wieder auszutreiben. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um:
- Pflanzkörbe wieder in die optimale Wassertiefe zu bringen
- alte Pflanzreste zu entfernen
- bei Bedarf umzutopfen oder zu teilen
Der Austrieb erfolgt oft langsam – Geduld ist auch hier wichtig.
Häufige Fehler bei der Überwinterung
Typische Probleme entstehen durch:
- zu geringe Wassertiefe
- falsche Einschätzung der Winterhärte
- Austrocknung ausgelagerter Rhizome
- frühes Düngen im Frühjahr
Diese Fehler lassen sich durch einfache Vorbereitung vermeiden.
Einordnung und weiterführende Inhalte
Dieser Beitrag ergänzt die grundlegenden Informationen zu Seerosen. Weiterführend sinnvoll sind:
Seerosenfarm – Wissen aus der Praxis
Die hier beschriebenen Hinweise basieren auf langjähriger Erfahrung mit der Überwinterung von Seerosen unter mitteleuropäischen Bedingungen. Ziel ist es, Ausfälle zu vermeiden und einen kräftigen Austrieb im Frühjahr zu sichern.