Nelumbo nucifera und Nelumbo lutea – Unterschiede und gärtnerische Einordnung
Innerhalb der Gattung Nelumbo spielen in der Kultur vor allem zwei Arten eine Rolle: Nelumbo nucifera und Nelumbo lutea. Nahezu alle heute kultivierten Lotosblumen lassen sich auf diese beiden Arten oder deren Kreuzungen zurückführen.
Dieser Beitrag ordnet beide Arten botanisch und gärtnerisch ein und zeigt ihre wichtigsten Unterschiede auf.
Botanische Einordnung
Die Gattung Nelumbo umfasst nur wenige Arten. Für die Kultur relevant sind:
- Nelumbo nucifera – Asiatischer Lotos
- Nelumbo lutea – Amerikanischer Lotos
Beide gehören zur Familie der Nelumbonaceae und sind botanisch klar von Seerosen (Nymphaea) getrennt.
Herkunft und natürliche Verbreitung
Nelumbo nucifera
Diese Art stammt aus Asien und ist dort seit Jahrtausenden kultiviert. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht von Indien über Südostasien bis nach China und Japan. In vielen Kulturen besitzt sie eine starke symbolische und religiöse Bedeutung.
Nelumbo lutea
Der Amerikanische Lotos ist in Nordamerika heimisch. Er wächst dort in warmen, flachen Gewässern und unterscheidet sich in mehreren Merkmalen deutlich vom Asiatischen Lotos.
Blütenfarbe und Erscheinungsbild
Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal ist die Blütenfarbe:
- Nelumbo nucifera: meist rosa, rosafarben oder weiß
- Nelumbo lutea: überwiegend gelb
Die Blüten von Nelumbo nucifera wirken oft eleganter und variabler, während Nelumbo lutea durch klare, kräftige Gelbtöne auffällt.
Wuchsform und Vitalität
Beide Arten bilden kräftige Rhizome und große, aufrecht stehende Blätter. In der Praxis zeigen sich jedoch Unterschiede:
- Nelumbo lutea gilt als besonders robust und wüchsig
- Nelumbo nucifera zeigt häufig eine größere Formen- und Sortenvielfalt
Hybriden kombinieren oft Eigenschaften beider Arten.
Winterhärte und Klimaanpassung
In der Kultur wird Nelumbo lutea häufig als etwas toleranter gegenüber kühleren Bedingungen eingeschätzt. Dennoch gilt für beide Arten:
- vollständiges Durchfrieren des Rhizoms ist kritisch
- eine kontrollierte Überwinterung erhöht die Sicherheit deutlich
In Mitteleuropa werden beide Arten meist im Gefäß kultiviert und geschützt überwintert.
Bedeutung für die Sortenzüchtung
Der Großteil der heute erhältlichen Sorten basiert auf:
- reinen Formen von Nelumbo nucifera
- Kreuzungen zwischen Nelumbo nucifera und Nelumbo lutea
Durch diese Kreuzungen entstehen Sorten mit:
- verbesserter Blühfreude
- erhöhter Vitalität
- variabler Blütenfarbe und -form
Die Art Nelumbo lutea spielt dabei eine wichtige Rolle als genetische Basis für Robustheit.
Welche Art für welche Kulturform?
Eine grobe Einordnung für die Praxis:
- Nelumbo nucifera:
geeignet für Liebhaber klassischer Lotosformen, große Blütenvielfalt - Nelumbo lutea:
robust, kräftig, gut geeignet für größere Gefäße und wärmere Standorte
Hybride bieten oft den besten Kompromiss aus Blütenwirkung und Anpassungsfähigkeit.
Einordnung und weiterführende Inhalte
Dieser Beitrag dient der botanischen und gärtnerischen Orientierung. Ergänzend sinnvoll sind:
Seerosenfarm – Wissen aus der Praxis
Die hier dargestellten Unterschiede basieren auf langjähriger Erfahrung mit verschiedenen Nelumbo-Typen unter mitteleuropäischen Bedingungen. Ziel ist es, eine realistische Einordnung der beiden Arten und ihrer Hybriden zu ermöglichen.